Wissualisierung

Konzeption, Umsetzung und Präsentation computerunterstützter Wissensvermittlung

1.2 Forschungsfrage

Powerpoint hat die Gemüter erregt und MeinungsmacherInnen auf den Plan gerufen, aber wie hat sich die tatsächliche Präsentationspraxis in den letzten zwanzig Jahren herausgebildet und entwickelt? Wie haben sich Präsentationen verändert? Auslöser für diese Fragestellung ist auch persönliche Betroffenheit. Computerunterstützte Präsentationen werden an der Fachhochschule Wien von nahezu ausnahmslos allen LektorInnen verwendet. Für Lehrende und Studierende scheint Visualisierung etwas zur Inhaltsvermittlung beitragen zu können, das unverzichtbar geworden ist. Aber wie sind Lehrende und MitarbeiterInnen von Organisationen selbst zu ihrem Wissen darüber gekommen, wie man Präsentationen erstellt? Hier liegt es nahe, bei der Ratgeberliteratur anzusetzen und zu recherchieren, was „state-of-the-art“ der gegenwärtigen Präsentationspraxis ist. Eine weitere Frage ist, ob Ratgeber überhaupt gelesen werden und wenn ja, ob Herangehensweisen in die Praxis einfließen oder bewusst übernommen werden. Und wenn das nicht der Fall ist: Sickert trotzdem Wissen aus der Literatur in den Alltag durch, und welche Möglichkeiten gibt es für PraktikerInnen sonst noch, das Präsentieren zu erlernen?
Mit der vorliegenden Arbeit soll die Frage beantwortet werden, inwieweit Herangehensweisen in der Ratgeberliteratur mit der tatsächlichen Präsentationspraxis übereinstimmen.
Diese Fragestellung wird von dem Themenkomplex gerahmt, wie PraktikerInnen zu ihrem Wissen darüber kommen, wie man Folien gestaltet und Präsentationen hält. Eignen sich diese Personen das Wissen über Ratgeberliteratur an, über das Lernen aus der eigenen Praxis, oder gibt es andere Lernformen?
Visualisierung ist ein zentraler Aspekt von Präsentationen, aber warum wird überhaupt visualisiert? Welche Vorteile oder Nachteile haben Visualisierungen? Und könnte, angesichts der omnipräsenten Verwendung von Präsentationen, im Sinne einer Trendumkehr, die visuelle Unterstützung bei Vorträgen auch manchmal wieder weggelassen werden?
Parallel zu einer steigenden Wissensproduktion steigt der Bedarf an Wissensweitergabe. Computerunterstützte Präsentationen sind eines der beliebtesten und am weitesten verbreiteten Mittel, wenn es um den Transfer von Wissen in der Wissensgesellschaft geht. Deshalb sollten sie als Wissensmedium Aufmerksamkeit aus der Perspektive des Wissensmanagements bekommen. Im Folgenden wird das Thema Visualisierung aus der Perspektive des Wissensmanagements betrachtet.