Wissualisierung

Konzeption, Umsetzung und Präsentation computerunterstützter Wissensvermittlung

2.1 ‚Knowledge visualization‘

Nach Burkhard unterstützt und verbessert Visualisierung die Wissensweitergabe zwischen Individuen, Gruppen und Organisationen, weil der Mensch eine angeborene Fähigkeit hat, visuelle Repräsentationen effektiv zu verarbeiten (Burkhard 2005, S. 240). Visuelle Repräsentationen können verschiedene Funktionen in der Kommunikation übernehmen, wie z.B. Gefühle ansprechen, Beziehungen veranschaulichen, Trends aufdecken, Aufmerksamkeit erregen und erhalten, die Erinnerung unterstützen, sowohl Übersichten als auch Details präsentieren und das Lernen unterstützen (Burkhard 2005, S. 241). Dabei geht es nicht nur um die Weitergabe von Daten und Fakten, sondern darum, Einsichten und Erfahrungen zu vermitteln oder Einstellungen, Werte, Erwartungen, Aussichten, Meinungen und Vorhersagen so weiterzugeben, dass die EmpfängerIn diese Einsichten rekonstruieren, erinnern und anwenden kann (Eppler, Burkhard 2004, S. 3). Auf dem von Eppler/Burkhard (2004) entwickelten ‚Framework‘ für die Visualisierung von Wissen basiert das auf vier Perspektiven aufbauende ‚Framework‘ von Burkhard (2005). Für den effektiven Transfer und die Entwicklung neuen Wissens mittels Visualisierung sollten die vier Perspektiven ‚function‘, ,knowledge type‘, ‚recipient‘ und ‚visualization type‘ betrachtet werden (siehe Abbildung 2). Die Funktionsperspektive bezieht sich darauf, dass Visualisierung beispielsweise die Erinnerung unterstützen und Aufmerksamkeit erregen oder neue Einsichten vermitteln kann. In der ‚knowledge type‘ Perspektive wird unterschieden zwischen Faktenwissen (‚know-what‘) und Prozesswissen (‚know-how‘), zwischen Wissen, das Aufschluss über Wirkungen und Ursachen gibt (‚know-why‘), und zwischen Wissensquellen (‚know-where‘) und Wissensträgern (‚know-who‘). Die ‚recipient‘ Perspektive gliedert sich in Einzelpersonen, Gruppen, Unternehmen und Netzwerke. In der letzten Perspektive ‚visualization type‘ werden unterschiedliche Methoden der Visualisierung beschrieben, wie Skizzen, Diagramme, Bilder etc. (Burkhard 2005, S. 245).

FUNCTION KNOWLEDGE TYPE RECIPIENT VISUALIZATION TYPE
Coordination Know-what Individual Sketch
Attention Know-how Group Diagram
Recall Know-why Organization Image
Motivation Know-where Network Map
Elaboration Know-who   Object
New Insight     Interactive Visualization
      Story

Abbildung 2: Knowledge Visualization Framework (Quelle: Burkhard, 2005)

Beim Erstellen einer bildhaften Repräsentation für den Wissenstransfer oder für die Erzeugung neuen Wissens sollte nach Burkhard jede dieser vier Perspektiven betrachtet werden (Burkhard 2005, S. 244). Nachfolgend werden die Visualisierungsarten im Detail behandelt, sie spiegeln die Vielfalt der visuellen Ausdrucksmöglichkeiten wider.